Es ist halb zehn abends und ich sitze in der Universitätsbibliothek. Es ist fast leer, und ich liebe diese Stille. Ich lerne für den Grammatiktest nächste Woche. Natürlich: Nebensätze.

Ich bleibe hier, bis der Wachmann mich rausschmeißt. Ich muss noch viel lernen.

Ich arbeite jetzt schon seit drei Stunden. Ich habe das Gefühl, dass mein Kopf gleich explodiert. Ich wiederhole die Regeln, die ich einfach nicht verstehe.

Immer wenn ich denke, dass ich es kann, kommt eine neue Ausnahme.

Ich schaue mich um. Ein paar andere Studenten sind auch noch da. Ein junger Mann gegenüber liest ein riesiges Buch. Ich frage mich, was er wohl studiert. Ich wette, dass seine Grammatik perfekt ist.

Weil es so kalt in dem Raum ist, ziehe ich meine Jacke wieder an. Ich sollte vielleicht einen Kaffee trinken, damit ich nicht einschlafe.

Ich versuche, mir Sätze auszudenken, die alle Konnektoren enthalten. Zum Beispiel: "Ich gehe ins Bett, bevor ich die Nachrichten schaue, obwohl ich weiß, dass das nicht gut ist." Total bescheuert, aber es hilft.

Ich habe beschlossen, dass ich heute nur noch bis Mitternacht arbeite. So lange ich hier sitze, habe ich wenigstens das Gefühl, dass ich etwas erreiche.

Ich erinnere mich an den Flohmarkt-Tag, als ich die Jacke gekauft habe. Das war viel einfacher, als die deutsche Grammatik zu lernen.

Ich mache eine kurze Pause, damit mein Gehirn frische Luft bekommt. Ich höre kurz Musik.

Ich weiß, dass ich es schaffen kann. Ich muss nur durchhalten. Ich hoffe, dass sich der ganze Aufwand lohnt.

Ich packe meine Sachen zusammen. Nachdem ich alle Bücher eingepackt habe, verlasse ich das Gebäude. Draußen ist die Luft kalt und klar. Ein perfekter Abschluss für einen langen Lerntag.

Ich bin jetzt total müde, aber ich bin stolz, dass ich nicht aufgegeben habe. Gute Nacht, Nebensätze. Bis morgen!